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Light + Building 2018 –  Im Westen Nichts (überraschend) Neues

Light + Building 2018 –  Im Westen nichts (überraschend) Neues

Wir haben uns auf der Light + Building 2018 nach Akustik/Licht-Kombinationen umgeschaut, damit ihr es nicht tun müsst. Die Light + Building ist eine Weltleitmesse für alle Themen rund ums Licht. Natürlich ist eines dieser Themen auch die Akustik. Allerdings – für ein Event, das sich ausschließlich mit Produkten befasst, die an der Decke montiert werden, war der prozentuale Anteil an Lösungen, die Licht und Akustik vereinen, sehr überschaubar.

Nach einem ereignisreichen ersten Tag, an dem wir ihm Rahmen des Startup Days sowohl ausstellen als auch eine Keynote zu Schall & Licht halten durften, haben wir uns in den folgenden Tagen gezielt nach Akustik/Licht-Kombinationen umgesehen.

Schön aber kurz gedacht

Die Akustik/Licht-Kombination von Multiline hat uns durch ihre Optik überzeugt. Die schlichten Segel können unkompliziert auf der Schiene platziert werden – das quadratische Gegengewicht gleicht die Konstruktion aus. Die Akustikelemente selbst sind schön verarbeitet und fallen optisch nicht weiter auf.

Beim verwendeten schallabsorbierenden Material – und das ist für uns der Haken an der Sache – handelt es sich um den Melaminharzschaumstoff Basotect. Von außen sind die Elemente beflockt. Das erlaubt eine schöne durchgängige Optik. Wirksam ist das Material auch ohne Frage. Nur ist es leider schlecht wiederverwert- und nicht abbaubar. Schade eigentlich, aber hey, Multiline: Die schallabsorbierenden Elemente lassen sich mit Sicherheit auch mit neuen künstlichen Mineralfasern, überzogen mit einem Cradle-to-Cradle-Textil, beispielsweise von Gabriel herstellen. In dem Fall kommen wir sehr gerne auf eure Lösung zurück.

Erstaunlich wirkungslos

XAL überzeugt auf den ersten Blick mit einer grandiosen Optik seiner Leuchte Task in Kombination mit aus PET-Flaschen recyceltem Filz in 4 Farben. Mit einer verhältnismäßig großen Fläche an schallabsorbierendem Material versehen, vermutet man eine spürbare akustische Wirkung der blendfreien Leuchte.

Lichttechnisch ist das Produkt ausgereift, wunderbar entblendet dank Mikroprismatik, dimmbar – shut up and take our money. Aber es geht hier ja nicht nur ums Licht. Als wir uns erwartungsfroh unter die Leuchte stellen und den besonderen Moment erwarten, in dem sich das schallabsorbierende Material bemerkbar macht, passiert: nichts. Ähnlich wie bei der Linie Muse, die Arbeitsbeleuchtung und optisch ähnlich anmutende Wallpanels umfasst.

Leider steht die vielversprechende Optik der XAL-Elemente nicht repräsentativ für deren akustische Wirkung. Wir warten gespannt auf die Prüfberichte des Materials, allerdings hat uns der Musterraum leider nicht überzeugt.

Gemütlich und warm

Den Stil von BuzziSpace muss man mögen – aber wenn man ihn mag, sind die Leuchten des beglischen Herstellers einen genaueren Blick wert. Bei den meisten dekorativen Akustikelementen handelt es sich um Add-ons – aber in dieser Funktion sind sie vor allem für Privatkunden interessant. Die Elemente kommen von verspielt bis sehr schlicht, bezogen mit verschiedenen Textilien von Kvadrat bis hin zur Eigenmarke.

Was BuzziSpace außerdem sehr clever handelt, ist das Erlebbarmachen der Wirkung von schallabsorbierenden Materialien – mit einem leeren und einem voll ausgestatteten Raum. In letzterem hängen sowohl Leuchten als auch die Wandelemente BuzziPod,  die für die raumakustische Veränderung vor allem relevant sind. Hier wird der oben beschreibene „Ahhh-Effekt“ in jedem Fall erreicht. Grundsätzlich eignen sich die Elemente vor allem als Hingucker / Ergänzung eines Akustikkonzepts mit Decken- und Wandelementen.

Darüber hinaus sind wir natürlich auf alte Bekannte wie die Rossoacoustic von Nimbus gestoßen. Die ist schön und durchdacht, nur hätten wir uns ein bisschen mehr Innovationscharakter im Bezug auf die vielversprechende Produktkombination Licht & Akustik in Frankfurt erhofft. Dieses Fazit können wir auf die gesamte Akustik-Licht-Produktpalette auf der Light + Building 2018 übertragen. Solide, aber nicht bemerkenswert innovativ.

Titelbild: Rhett Wesley

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