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Baby, It Ain’t Over ‚til It’s Over – Leben Nach Dem Schallabsorber

Baby, it ain’t over ‚til it’s over – Leben nach dem Schallabsorber

Der Post, in dem wir uns die Frage stellen, wie sich der CO2-Fußabdruck in der Akustikplanung verkleinern lässt und was unsere Schallabsorber erwartet, wenn sie ausgedient haben.

Dass uns der allgegenwärtige „Nach uns die Sintflut“-Konsum à la Primark & Co. irgendwann auf die Füße fällt, ist bei vielen Menschen in unserem Umfeld angekommen. Wir hinterfragen die Produktionsweise und Herkunft unserer Konsumgüter und versuchen, bewusstere und nachhaltige Kaufentscheidungen zu treffen – vor allem bei Lebensmitteln und Kleidung.

Was passiert mit unseren Schallabsorbern, wenn sie nicht mehr gebraucht werden?

Aber wie lässt sich die Frage nach einer bewussteren Produktauswahl im Bereich der Innenausstattung beantworten? Einen perfekten Umgang mit dem Thema wird es kaum geben. Wir bei lumoplan acoustics haben deshalb für uns grundlegende Kriterien für eine sinnvolle Produktauswahl festgelegt. Eines davon ist die Verwertung der Materialien, nachdem sie als Schallabsorber ausgedient haben. 

Nach dem Abriss steht ein neuer Produktlebenszyklus für unsere Schallabsorber an.

Was kommt nach dem Rückbau?

Unterschiedliche Füllmaterialien der Schallabsorber

Wir arbeiten momentan mit Schallabsorbern, deren (Füll-)Materialien nach geleistem Dienst dem Wertstoffkreislauf zugeführt werden können. Das bedeutet stark vereinfacht, dass der Schallabsorber bzw. sein Innenleben zu großen Teilen nicht vernichtet wird, sondern in den Produktionsprozess neuer Materialien einfließt. Aus Schrott wird also ein neues Material hergestellt, wodurch die entsprechenden Rohmaterialien im neuen Herstellungsprozess eingespart werden können. Die Schallabsorber und ihre Füllungen werden unterschiedlich wiederverwendet:

Steinwolle / Mineralwolle

Bei Mineralwolle handelt es sich um künstliche amorphe Fasern – amorph bedeutet, dass die Atome eines Materials nicht geordnet, sondern unregelmäßig strukturiert sind. Passiert beispielsweise durch starkes Erhitzen und anschließendes schnelles Abkühlen eines Materials.

Weitere Details dazu in diesem Beitrag des Bundesinstituts für Bau- Stadt- und Raumforschung.

Hergestellt wird Steinwolle, indem Steine, Kalk und Koks geschmolzen, aufbereitet und abgekühlt werden. Ganz grob vereinfacht. 

Entsprechend kann das Material, nachdem es als Schallabsorber ausgedient hat, wieder zerkleinert und in einem neuen Herstellungsprozess eingesetzt werden – beispielsweise zur Produktion von Ziegeln.

Das Recycling der Mineralwollereste ist nicht nur aus ökologischer Sicht die nachhaltigere Variante, sondern es spart auch Kosten dadurch dass weniger Rohstoffe eingekauft werden müssen und keine Enstorgungskosten anfallen.

Polyesterfaser

Eine innovative, platzsparende und leichtere Alternative zur Steinwolle sind Polyesterfaserplatten, die beispielsweise in den Produkten von cabs Design verwendet werden. Auch bei diesem Material kann die Struktur durch Erhitzen aufgelöst und neu geformt werden – somit können Schallabsorber aus Polyesterfaserplatten, nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt haben, fast vollständig in die Herstellungszyklen neuer Produkte eingebaut werden.

Naturmaterial Filz

Schallabsorber, die aus Naturmaterialien wie Filz produziert werden, sind vollständig recyclebar –und das nicht nur maschinell, sondern theoretisch auch im natürlichen Zersetzungsprozess.

Baur Vliesstoffe beispielsweise beziehen die Wolle für ihre klare und effiziente Produktlinie Woopies von Swisswool. Swisswool wiederum bietet regelmäßig Wollannahmetermine an, zu denen Restwolle an Sammelstellen zu Festpreisen angenommen wird, um sie anschließend weiterzuverarbeiten. Finden wir gut.

Ein Schaf, das ausreichend Wolle für mehrere Schallabsorber liefert.

Nicht nur süß, sondern auch nachhaltig: Schafe.

Richtwert Emmissionsarmut

Wir alle bewegen uns auf einem langen Weg hin zu einem ressourcenschonenden Arbeitsalltag – auf ganzer Linie. Luft nach oben gibt es meistens – aber mit dem Grundgedanken, unsere Emmisionsbilanz so gering wie möglich zu halten, haben wir für uns einen Richtwert festgelegt, an dem wir nun aktiv arbeiten können. Eine anspruchsvolle und wichtige Aufgabe, der wir uns jeden Tag stellen. Input, Anregungen oder Kritik ist immer ausdrücklich erwünscht – wir freuen uns über Mails oder Kommentare.

📸: Paco S on Unsplash

Joshua Newton

Sam Carter

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